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AW: Deutschland treibt die EU und die ganze Welt in den Ruin
Alt 21.01.2012, 22:17   # 26
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Zitat:
Zitat von honix4amiga Beitrag anzeigen
[...]Deutschland ein Niedriglohnland?[...]
Aus einem Zeit-Artikel:

Zitat:
[...]»Lohndumping« lautet der Vorwurf. Deutschland zahle seinen Arbeitern und Angestellten weniger Geld, als es könne, um so gegenüber den Nachbarn konkurrenzfähiger zu sein. Worauf die deutsche Politik stolz ist, nämlich die Lohnkosten niedrig gehalten zu haben, wird ihr als boshafte Wettbewerbsverzerrung ausgelegt.

Und wirklich: Zwischen 2000 und 2008 sanken hierzulande die Lohnstückkosten preisbereinigt Jahr für Jahr um durchschnittlich 1,4 Prozent; in Frankreich stiegen sie im selben Zeitraum jährlich um 0,8 Prozent, in Großbritannien um 0,9 Prozent. Deutschland hat seine Konkurrenzfähigkeit demnach tatsächlich »erbarmungslos« (Economist) gesteigert. Das war so gewollt.[...]

[...]Und die Logik gebietet: Überschüssen stehen immer Defizite gegenüber, die Summe aller Ein- und Ausfuhren ist null. Setzen Deutschland und China ihre Exportoffensive ungebremst fort, gehören am Ende auch sie zu den Verlierern, wenn nämlich ihre Kunden pleite sind. Daher gilt: Wer exportieren will, der muss auch konsumieren. Der Welthandel darf nicht völlig aus dem Gleichgewicht geraten.[...]
Deutschlands hat sich durch seine Technik, seine hohe Produktqualität und vor allem durch das Mittel der Lohnzurückhaltung zu einem Marktteilnehmer entwickelt, mit dem nicht mehr konkurriert werden kann.

Aufgrund der Exportüberschwemmung durch deutsche Produkte fließen die Einkommen an Deutschland, die in den ausländischen Volkswirtschaften eigentlich der heimischen Industrie zufließen sollten. Fehlende Nachfrage bedeutet für die ausländischen Volskwirtschaften gleichzeitig fehlendes Einkommen; die ausländischen Regierungen verschulden sich und leisten der Wirtschaft Unterstützung, das wiederrum erhält Arbeitsplätze etc. Der Teufelskreis beginnt von vorne... Deutschlands Exporte sind demnach schuldenfinanziert.

Es ist ein Kreislauf, der am ehesten dadurch beendet werden könnte, wenn Deutschland wie schon erwähnt wurde die Löhne erhöhen, den Export drosseln und die Binnennachfrage stärken würde.

(Abschließend: Deutschlands Exportweltmeistertitel wurde auf dem Rücken der Arbeiter gewonnen - und diese sind noch besonders stolz darauf, dass ihre Arbeitskraft durch das deutsche Kapital besonders effizient ausgebeutet wird Sie glauben tatsächlich, Teil von etwas Großem zu sein, obwohl sie die Verlierer sind; verquere Ideologie der Deutschen! )
  Kritiker ist offline  

AW: Deutschland treibt die EU und die ganze Welt in den Ruin
Alt 21.01.2012, 22:52   # 27
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Zitat von GaaraDerWüste Beitrag anzeigen
Dann stellt sich die Frage wie das berechnet wird.
Und arbeitet man heute nicht auch, um das zu kriegen was man braucht?
Du arbeitest, um Zugriff auf materielle Dinge zu bekommen, welche andere Dir vorenthalten. Und weil sie das tun, diktieren sie Dir auch, wieviel Du arbeiten musst, um dein klägliches Stück vom Kuchen abzubekommen.

Zitat:
Nur reicht das auch oft nicht, kommt natürlich auch auf die Arbeit und auf die Bedürfnisse an.

Verstehe ich richtig, dass du einfach nur höhere Löhne und günstigere Produkte haben willst?
Sodass man sich für 3 Stunden arbeiten am Tag, alles leisten kann was man will?
Die Frage, welche Wert ein Produkt hat, kann man recht einfach klären. Wie oft braucht man es und wieviel Stunden Zeit braucht man, um es zu produzieren, plus Materialaufwand. Mehr muss man ja eigentlich nicht wissen.
Wobei Wert nicht gleichzusetzen ist mit kapitalistischem Wert, der rein aus dem Warencharakter der Güter entspringt.
Im Kapitalismus herrscht absolute Überproduktion, deswegen verlagerte sich auch soviel Kapital in die Finanzmärkte.

Zitat:
(Abschließend: Deutschlands Exportweltmeistertitel wurde auf dem Rücken der Arbeiter gewonnen - und diese sind noch besonders stolz darauf, dass ihre Arbeitskraft durch das deutsche Kapital besonders effizient ausgebeutet wird Sie glauben tatsächlich, Teil von etwas Großem zu sein, obwohl sie die Verlierer sind; verquere Ideologie der Deutschen! )

Fleiß, Verzicht, Disziplin, Genügsamkeit, unbezahlte Mehrarbeit, Feigheit vor dem Herrn haben das deutsche Proletariat befähigt, den Rest Europas an die Wand zu arbeiten und Deutschland auf den Weg zu einem Billiglohnland zu bringen.
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AW: Deutschland treibt die EU und die ganze Welt in den Ruin
Alt 21.01.2012, 23:08   # 28
LieberLeo
Kabel Wurm
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Zitat:
Zitat von Kritiker Beitrag anzeigen
(Abschließend: Deutschlands Exportweltmeistertitel wurde auf dem Rücken der Arbeiter gewonnen - und diese sind noch besonders stolz darauf, dass ihre Arbeitskraft durch das deutsche Kapital besonders effizient ausgebeutet wird Sie glauben tatsächlich, Teil von etwas Großem zu sein, obwohl sie die Verlierer sind; verquere Ideologie der Deutschen! )


man muss es eben nur gut vermarkten, siehe das Mc Donalds Thema.

Und jeder der was dagegen sagt und den Spiegel vorhält wird lächerlich gemacht und diffamiert. Das kennen wir auch aus vielen Bereichen und es ist immer das selbe, einfach gestrickte und deshalb erfolgreiche Spiel.

- Wer die Sicherheit der Freiheit vorzieht, ist zu Recht ein Sklave -

- Um religiös zu sein bin ich viel zu gottesfürchtig -
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AW: Deutschland treibt die EU und die ganze Welt in den Ruin
Alt 22.01.2012, 00:01   # 29
honix4amiga
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Nun, ich empfinde eine anständige Arbeit, mit der man seine Familie durchbringen kann, eben nicht als Ausbeutung.

die von dir ausgerechneten 3 Stunden sind nicht belegbar und völlig unrealistisch... Aber naja ist eh sinnlos hier weiter zuargumentieren, daher geh ich lieber schlafen.

"Wir [die Iraner] lieben das deutsche Volk. Wir lieben auch die Bundesregierung. Wir lieben alle"
Mahmud Ahmadinedschad, iranischer Präsident.
  honix4amiga ist offline  

AW: Deutschland treibt die EU und die ganze Welt in den Ruin
Alt 22.01.2012, 00:18   # 30
ScherzkekS
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Zitat:
Zitat von honix4amiga Beitrag anzeigen
Nun, ich empfinde eine anständige Arbeit, mit der man seine Familie durchbringen kann, eben nicht als Ausbeutung.

die von dir ausgerechneten 3 Stunden sind nicht belegbar und völlig unrealistisch... Aber naja ist eh sinnlos hier weiter zuargumentieren, daher geh ich lieber schlafen.
Deine Familie könntest du auch mit 3 Stunden Arbeit druchbringen. Und das ist nicht unrealistisch. Viele Maschinen sind dafür konzipiert rumd um die Uhr zu laufen.

Bevor du dich selbst und deine Umwelt hinterfragst: geh lieber schlafen.

Die bedürfnissorientierte Wirtschaft wird in Zukunft definitiv umgesetzt. Die Frage ist nur ob sie durch Vernunft oder Zwang (Ressourcenknappheit) eingeführt wird.

Kritiker, exzellente Beiträge die du in letzter Zeit verfasst. Weiter so


"As you think, so shall you become."
Bruce Lee
  ScherzkekS ist offline  

AW: Deutschland treibt die EU und die ganze Welt in den Ruin
Alt 22.01.2012, 00:25   # 31
Dnahas
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Was ich nicht verstehe ist, wie man ausgehend von unserem System jetzt (inkl. unserer kapitalistischen Denkweise - sie ist fest in den Köpfen der Menschen verankert!) eine funktionierende Planwirtschaft schaffen möchte. Ich halte es in Theorie für einen Ansatz über den man sprechen/diskutieren kann, aber die Umsetzung würde im Versuch scheitern, denke ich!

Falls ihr mich eines besseren belehren könnt, so tut dies.

  Dnahas ist offline  

AW: Deutschland treibt die EU und die ganze Welt in den Ruin
Alt 22.01.2012, 00:35   # 32
creative16
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Was ich nicht verstehe ist, wie man ausgehend von unserem System jetzt (inkl. unserer kapitalistischen Denkweise - sie ist fest in den Köpfen der Menschen verankert!) eine funktionierende Planwirtschaft schaffen möchte. Ich halte es in Theorie für einen Ansatz über den man sprechen/diskutieren kann, aber die Umsetzung würde im Versuch scheitern, denke ich!

Falls ihr mich eines besseren belehren könnt, so tut dies.
Hat dein Account den Besitzer gewechselt? Ich dachte Sahand (mit Pinguin Avatar!) wäre neben Terrorbeat und n0b0dy einer der Verfechter des Systems gewesen - aber vielleicht lässt mein Gedächtnis auch nach.
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AW: Deutschland treibt die EU und die ganze Welt in den Ruin
Alt 22.01.2012, 00:48   # 33
Kathi00
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quatsch...er sieht das Problem global und nicht deutschlandweit, bei den Millarden an Menschen auf der Welt wie wir sind und die Flächen die wir zu verfügung haben könnte Mensch sich global ernähren ohne das er die Natur ins extemste ausplündert und ohne das menschen verhungern. Und da wir soo viele sind ist es auch möglich mit weniger stunden an Arbeit auszukommen, denn die Technik ist soweit entwickelt, dass es gar nicht nötig ist 40 stunden zu arbeit. Vorrausgesetzt fast jeder arbeitsfähige Mensch auf der Welt geht arbeiten.
Das Problem ist das Deutschland mal wieder nur an sich denkt, und um konkurrenz fähig zu sein und den export beizuhalten, sinken natürlich die Löhne, damit die großen firmenchefs sich schön das geld in die eigene Tasche Wirtschaften können währenddessen andere Länder nciht mithalten können und deren Produktionen weniger gewinn verstreichen können. Das ist natürlich unfair, da man doch gemeinsam in einer Krise steckt und in der EU ist.
Sowieso sollte man aufhören nur an sein eigenes Land zu denken und das Grenzen heute noch etwas wert sind. die Menschen haben kapiert, dass diese kapitalistischen Probleme weltweit sind und ob ihr euch dagegen wehrt oder ignorieren wollt wie viele andere ist euer Ding. Aber man sollte wissen, wann ein System am Ende ist. denn permanentes Wachstum bei begrenzten Ressourcen ist einfach nicht möglich. Das sollte irgendwann jeder Verstehen lernen und Akzeptieren müssen.
Und ob ihr access seine Meinung Akzeptiert oder nicht, ihn wegen seiner Meinung noch vollzuspammen zeigt nicht gerade viel Intelligenz, denn Toleranz scheint anscheind immernoch total selten zu sein.
  Kathi00 ist offline  

AW: Deutschland treibt die EU und die ganze Welt in den Ruin
Alt 22.01.2012, 01:43   # 34
Dnahas
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Zitat von creative16 Beitrag anzeigen
Hat dein Account den Besitzer gewechselt? Ich dachte Sahand (mit Pinguin Avatar!) wäre neben Terrorbeat und n0b0dy einer der Verfechter des Systems gewesen - aber vielleicht lässt mein Gedächtnis auch nach.
Nein, nicht den Besitzer gewechselt. Aber damals, als der Account noch Sahand hieß (haha!) war ich jung und naiv. Heute bin ich zwar immernoch links, aber in punkto Planwirtschaft etwas vorsichtig.

  Dnahas ist offline  

AW: Deutschland treibt die EU und die ganze Welt in den Ruin
Alt 22.01.2012, 19:55   # 35
variat
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Zitat von Kritiker Beitrag anzeigen
Aus einem Zeit-Artikel:



Deutschlands hat sich durch seine Technik, seine hohe Produktqualität und vor allem durch das Mittel der Lohnzurückhaltung zu einem Marktteilnehmer entwickelt, mit dem nicht mehr konkurriert werden kann.

Aufgrund der Exportüberschwemmung durch deutsche Produkte fließen die Einkommen an Deutschland, die in den ausländischen Volkswirtschaften eigentlich der heimischen Industrie zufließen sollten. Fehlende Nachfrage bedeutet für die ausländischen Volskwirtschaften gleichzeitig fehlendes Einkommen; die ausländischen Regierungen verschulden sich und leisten der Wirtschaft Unterstützung, das wiederrum erhält Arbeitsplätze etc. Der Teufelskreis beginnt von vorne... Deutschlands Exporte sind demnach schuldenfinanziert.

Es ist ein Kreislauf, der am ehesten dadurch beendet werden könnte, wenn Deutschland wie schon erwähnt wurde die Löhne erhöhen, den Export drosseln und die Binnennachfrage stärken würde.
[...]
Ungeachtet meiner Einstellung zu diesem Thema, sollte jeder mit ein wenig wirtschaftlichem Verstand und Objektivität hier zugeben, dass diese Ansätze durchaus einen wahren Hintergrund besitzen.

Die Binnennachfrage stärken ist im Prinzip wirklich eine Notwendigkeit. Ich würde aber hingegen nicht sagen, dass das Senken des Exports das Ziel sein muss, sondern dass Lohnerhöhungen (in gewissen Branchen) und Stärkung der Binnennachfrage das Ziel sein sollten. Klar, daraus resultiert dann zwangsweise mit der Zeit ein zurückgehender Export, aber das ist ja nicht schlimm, solang man dadurch kein Einbußen hinnehmen muss, sondern das Allgemeinwohl gesteigert wird.


Zitat:
Zitat von Dnahas Beitrag anzeigen
Was ich nicht verstehe ist, wie man ausgehend von unserem System jetzt (inkl. unserer kapitalistischen Denkweise - sie ist fest in den Köpfen der Menschen verankert!) eine funktionierende Planwirtschaft schaffen möchte. Ich halte es in Theorie für einen Ansatz über den man sprechen/diskutieren kann, aber die Umsetzung würde im Versuch scheitern, denke ich!

Falls ihr mich eines besseren belehren könnt, so tut dies.
Genau ist der Punkt. Du kannst nicht die ganze Menschheit, die ganze Welt, umkrempeln. Das kann doch nicht funktionieren. So ein Prozess würde 100 Jahre dauern und keine Politik der Welt kann eine solche Marschroute über einen so langen Zeitraum durchziehen - vor allem nicht alles und jeder weltweit.

Daher ist auch der oben genannte Ansatz mit dem "3-Stunden"-Arbeitstag vollkommener Schwachsinn. Immer diese Träumerei in irgendwelchen ideologischen Ansätzen. Ein Psychologe würde vermutlich ab einem gewissen Punkt sagen, dass diese Verharren in gewissen ideologischen Grundsätzen krankhaft ist. Naja, wie ich finde auch zurecht.

Der Kapitalismus hat das Potenzial zu funktionieren, wenn man ihn richtig führt. Das ist meine Sichtweise. Dieses "Führen" kann man als "alle an einem Strang ziehen" interpretieren. Und die Aufgabe ist schon groß genug, denn wie man sieht funktioniert nichtmal das so wirklich.

Desweiteren sollte man den Menschen auch mal aus biologischer bzw. evolutionärer Sicht betrachten und sich mal ein Bild davon machen, zu was der Mensch überhaupt in der Lage ist. Mit Sicherheit sind wir die am weitesten entwickelten Lebenswesen, aber zu denken, dass eine Menschheit nach den Prinzipien "jeder für jeden" und "jeder produziert nur nach Bedürfnis" möglich wäre, ist schlichtweg naiv. Wenn man ein solches Gefüge hätten, gäbe es mit Sicherheit eine zu große Zahl an Menschen, die sich damit nicht zufrieden geben würden, woraus dieses ach so tolle System schon im Ungleichgewicht ist und zerbrechen würde. Wenn es dann im ganzen betrachtet, nicht sogar schlechter dasteht als der Status Quo.
Das ist aber nunmal in gewisser Weise einfach nur geschwätzt à la "was wäre, wenn" und eher far from reality als irgendetwas anderes.



Achso und ich bin dennoch stolz auf Deutschland.
  variat ist offline  

AW: Deutschland treibt die EU und die ganze Welt in den Ruin
Alt 22.01.2012, 20:21   # 36
bushido
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Zitat:
Zitat von variat Beitrag anzeigen
dass diese Verharren in gewissen ideologischen Grundsätzen krankhaft ist.
Der Kapitalismus hat das Potenzial zu funktionieren, wenn man ihn richtig führt.
So krankhaft wie das Festhalten an der Ideologie des Kapitalismus?
  bushido ist offline  

AW: Deutschland treibt die EU und die ganze Welt in den Ruin
Alt 22.01.2012, 20:56   # 37
Sonderk!nd
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Passend zum Thema und ich gebe (o.O wunder) Access sogar teilweiße Recht...

Die Löhne in DE ruinieren viele andere Staaten...

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...809769,00.html

Zitat:
Euro-Währungsunion
Wir bekämpfen die falsche Krise

Eine Kolumne von Wolfgang Münchau

Standard & Poor's hat Recht. Ich rede nicht von der Rating-Benotung Frankreichs, sondern von ihrer Begründung. Europa leidet nicht an zu hohen Haushaltsdefiziten, sondern an den krassen Unterschieden in der Leistungsfähigkeit der einzelnen Staaten.
Info

Da bisher niemand darüber berichtet hat, möchte ich das Kernargument von S&P hier zitieren: "Wir glauben auch, dass die Vereinbarung (der europäischen Staats- und Regierungschefs vom 9. Dezember) die Ursache der Krise in Teilen verkennt. Sie basiert auf der Annahme, dass sich die aktuelle Finanzkrise in erster Linie durch unverantwortliche Fiskalpolitik der Peripherie ergibt. Aus unserer Sicht sind jedoch die finanziellen Probleme der Euro-Zone eine Folge steigender außenwirtschaftlicher Ungleichgewichte und Unterschiede in der Wettbewerbsfähigkeit zwischen dem Euro-Zonen-Kern und der sogenannten Peripherie."

Mit anderen Worten: Die Herabstufung ist erfolgt, weil Europa die falsche Krise bekämpft. Niemand in der Bundesregierung scheint diese Begründung gelesen zu haben. Sonst wären Angela Merkel und Wolfgang Schäuble nicht mit dem Unsinn herausgekommen, den sie nach der Entscheidung von Standard & Poor's verlauten ließen. Merkel forderte als Konsequenz Eile beim Fiskalpakt. Schäuble sagte, die Ratingagenturen hätten nicht berücksichtigt, was man alles schon an Konsolidierung geleistet habe. Genau das ist der Punkt. S&P sagt, die ganze Konsolidiererei gehe an der eigentlichen Problematik vorbei.

S&P spricht das wichtigste Problem in der europäischen Krisenpolitik an. Es ist keine Haushaltskrise. Es ist eine Krise des Privatsektors. Natürlich sind Haushaltslöcher entstanden. Aber der Grund dafür war der Privatsektor und die Banken, deren Verluste vom Staat übernommen werden. Die Spanier haben sich mehr noch als die Deutschen an alle europäischen Haushaltsregeln gehalten und haben jetzt trotzdem ein größeres Problem als wir.

Wirtschaftliche Ungleichgewichte kann man mit Geldpolitik nicht lösen

Das Problem mit dem Euro-Raum besteht darin, dass sich die verschiedenen Volkswirtschaften unter der Zwangsjacke einer Währungsunion auseinander entwickelt haben. Diese Aussage hat eine Menge wichtiger Konsequenzen. Die eine ist, dass die gegenwärtige einseitige Sparpolitik das Problem nicht lösen wird, eher im Gegenteil. Der Süden Europas fällt jetzt in eine schwere Rezession, die wiederum die wirtschaftliche Ungleichgewichte verstärken und zu weiteren Rating-Abstufungen führen wird.

Eine zweite Konsequenz betrifft die Rolle der Europäischen Zentralbank. Wäre es einfach eine Schuldenkrise, dann könnte die EZB das Problem lösen oder zumindest lindern. Eine Krise wirtschaftlicher Ungleichgewichte kann man mit Geldpolitik überhaupt nicht lösen. Man gewinnt damit etwas Zeit - Zeit um das Grundübel zu lösen - aber wenn man diese Zeit nicht nutzt, dann bringt das am Ende gar nichts.

Warum bekämpft die Politik die falsche Krise? Ich nehme an, weil es leichter vermittelbar ist. Wer hat schon Ahnung von einer Zahlungsbilanz? Auch die meisten Politiker kennen sich da nicht so richtig aus. Ein Haushaltssünder hingegen ist schnell ausgemacht. Man bekämpft das falsche Problem, weil es einfacher zu bekämpfen ist.

Wer die Krise in ihrem Wesen verstehen will, kommt leider nicht drum herum, sich mit der Zahlungsbilanz ein wenig auseinanderzusetzen. Einer ihrer wichtigsten Komponenten ist die Leistungsbilanz. Grob vereinfacht gesagt, besteht sie aus der Summe der Haushaltsdefizite (oder -überschüsse) und den Defiziten und Überschüssen des Privatsektors.

Spanien hatte im Jahre 2007 ein Leistungsbilanzdefizit von zehn Prozent von der Wirtschaftsleistung. Gleichzeitig gab es einen Überschuss im Staatshaushalt. Das heißt, der Privatsektor hat sich auf Teufel komm raus verschuldet. Deutschland hingegen hatte einen Leistungsbilanzüberschuss von acht Prozent. Der Staatshaushalt war leicht im Minus. Das heißt, der Privatsektor hat einen großen Überschuss. Überschuss heißt, es wird mehr gespart als investiert. In Spanien wurde mehr investiert als gespart. Man spricht von wirtschaftlichen Ungleichgewichten, wenn sie groß und nachhaltig sind. Das war hier der Fall.

Die staatlichen Defizite hingegen haben sich in Europa nicht annähernd so dramatisch entwickelt. Es gab Zeiten, da liefen sie in die gleiche Richtung. Dann ging es wieder einmal auseinander. Was aber nach der Einführung des Euro wirklich brutal auseinander ging, waren die Bilanzen des Privatsektors.

Spanien hat deswegen ein so hohes Leistungsbilanzdefizit, weil nach der Währungsunion massive Geldströme in das Land gewandert sind und dort eine Immobilienblase erzeugten. Deutschlands Überschüsse sind weniger das Resultat harter Arbeit, guter Ausbildung oder einer großartigen Wirtschaftspolitik, sondern die Folge jahrelanger moderater Lohnabschlüsse, die die deutschen Lohnstückkosten international gesenkt haben.

Auch chronische Überschüsse sind ein Problem

Wie kann man Leistungsbilanzungleichgewichte auflösen? Wäre Spanien nicht in einer Währungsunion, wäre die klassische Lösung klar: Abwertung der Währung, staatliche Sparmaßnahmen, eventuell ein Schuldenschnitt. Zwar gerät man mit dieser Strategie zunächst in eine tiefe Rezession. Die abwertende Währung hätte aber schnell die Wettbewerbsfähigkeit wiederhergestellt, und dann ginge es wieder aufwärts. In einer Währungsunion kann man nicht abwerten. Man könnte eine sogenannte reale Abwertung hinbekommen, indem man ein Jahrzehnt lang deutlich unter den deutschen Lohnabschlüssen bleibt. Aber bei hohen Marktzinsen und der schwachen internationalen Konjunktur ist das nicht zu stemmen.

Auch chronische Überschüsse sind ein Problem. Im letzten Jahr verfasste der Chef des Ifo-Instituts Hans-Werner Sinn zusammen mit einem Kollegen eine Analyse über Target 2. Hinter der Bezeichnung verbirgt sich das Zahlungssystem der Zentralbanken - quasi die Infrastruktur des grenzüberschreitenden europäischen Zahlungsverkehrs.

Die Autoren machten einen wichtigen Punkt deutlich: Die massiven realwirtschaftlichen Ungleichgewichte spiegeln sich in den Salden des Target-Systems wider. Durch den Zusammenbruch des innereuropäischen Bankenhandels wurden die realen Ungleichgewichte immer stärker durch die nationalen Zentralbanken finanziert. Danach hatte Deutschland Ende letzten Jahres einen Überschuss von 463 Milliarden Euro im Target-System. Das ist zwar unter normalen Umständen ohne jede Konsequenz. Bei einem Totalzusammenbruch des Systems besteht aber ein Ausfallrisiko.

Ich stimme nicht mit allem überein, was Professor Sinn in seinem Text vorgeschlagen hat. Aber der entscheidende Punkt der Analyse selbst ist völlig richtig. Es knistert im Gebälk der Europäischen Währungsunion. Was wir so lapidar als eine Schuldenkrise bezeichnen, hat tiefere Ursachen in den wirtschaftlichen Ungleichgewichten.

Wir werden diese Krise so lange nicht lösen, so lange wir die falsche Krise bekämpfen. Auch wenn die EZB jetzt alle Staatschulden aufkaufen würde, wäre diese Krise nicht gelöst. Auch ein Euro-Bond löst diese Krise nicht. Die Lage ist mittlerweile derart vertrackt, dass man eine echte Wirtschaftsregierung braucht, die sich in fast alles einmischt, auch in Arbeitsmarkt- und Strukturpolitik. Eine solche Regierung würde die wichtigsten Parameter für die gesamte Wirtschaftspolitik setzen, auch für die Arbeitsmarktpolitik. Auch Euro-Bonds würden natürlich zu diesem Paket gehören, aber sie wären nur eine kleiner Teil davon.

Wer jetzt sagt, das sei politisch nicht machbar, prophezeit letztendlich den Zusammenbruch des Euro-Raums. Die 463 Milliarden Euro wären dann plötzlich nicht mehr da. Die Verbindlichkeiten in Target 2 stellen ja eine Forderung der Bundesbank gegenüber der EZB dar. Wenn der Euro explodieren sollte, dann gäbe es keine EZB mehr, die diese Forderung einlösen könnte.

//zitat in der signatur ist nicht erlaubt

Das ja schön man könnte mir eine Nachicht schicken wenn man mir schon meine Signatur löscht o.O xD
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Alt 22.01.2012, 21:15   # 38
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Zitat von variat Beitrag anzeigen
So ein Prozess würde 100 Jahre dauern und keine Politik der Welt kann eine solche Marschroute über einen so langen Zeitraum durchziehen - vor allem nicht alles und jeder weltweit.
Was sind denn 100 Jahre? Wie lange hat es gebraucht, bis die Demokratie das vorherrschende System im Westen war?


Zitat:
Der Kapitalismus hat das Potenzial zu funktionieren, wenn man ihn richtig führt. Das ist meine Sichtweise. Dieses "Führen" kann man als "alle an einem Strang ziehen" interpretieren. Und die Aufgabe ist schon groß genug, denn wie man sieht funktioniert nichtmal das so wirklich.
Der Kapitalismus hat noch nie funktioniert, es gab auch nie eine Lösung, nur ein permanentes Krisenmanagement.

Fleiß, Verzicht, Disziplin, Genügsamkeit, unbezahlte Mehrarbeit, Feigheit vor dem Herrn haben das deutsche Proletariat befähigt, den Rest Europas an die Wand zu arbeiten und Deutschland auf den Weg zu einem Billiglohnland zu bringen.
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AW: Deutschland treibt die EU und die ganze Welt in den Ruin
Alt 22.01.2012, 21:55   # 39
finkle
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Es sind eher die Rating Agenturen, die du da zitierst, die versuchen die europäische Länder gegeneinander aufzuhetzen.

Deutschland hat einfach die stärkste, solideste Wirtschaft in Europa und das liegt sicher nicht an dumping preisen.
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AW: Deutschland treibt die EU und die ganze Welt in den Ruin
Alt 22.01.2012, 22:07   # 40
GaaraDerWüste
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Zitat von access denied Beitrag anzeigen
Was sind denn 100 Jahre? Wie lange hat es gebraucht, bis die Demokratie das vorherrschende System im Westen war?
Das Problem ist, dass in der Zwischenzeit ziemlich Chaos herschen würde und eig. noch mehr Leute ausgebeutet werden würden. Denn die kommunistischen Gebiete hätten keine Chance mit den kapitalistischen Wirtschaftlich mitzuhalten und würden halt ausgebeutet werden.
Keiner hätte Bock dazu sich aufzuopfern für die Entwicklung.

Früher war ja alles nicht so globalisiert, heutzutage sind viele Länder von anderen abhängig, alles hängt irg. wie zusammen.

Es ist wie weiter oben gesagt wurde, man müsste das Denken aller Menschen aufeinmal ändern, und das ist zumindest zurzeit nicht möglich.

Adler fliegen vielleicht hoch, aber Wiesel werden nicht in Düsentriebwerke eingesogen.
Freunde sind wie Kartoffeln, wenn man sie isst, sterben sie.
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Alt 22.01.2012, 23:19   # 41
variat
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Zitat:
Zitat von bushido Beitrag anzeigen
So krankhaft wie das Festhalten an der Ideologie des Kapitalismus?


Ich denke an diesem Punkt muss man darüber nachdenken, inwiefern jene Leute krankhaft versuchen daran festzuhalten. Ich hatte vorhin ein Gespräch mit Gott, der sieht das genauso.

Zitat:
Zitat von access denied Beitrag anzeigen
Was sind denn 100 Jahre? Wie lange hat es gebraucht, bis die Demokratie das vorherrschende System im Westen war?



Der Kapitalismus hat noch nie funktioniert, es gab auch nie eine Lösung, nur ein permanentes Krisenmanagement.
Allein schon soziale Beziehungen zwischen wenigen Individuen funktioniert nicht von allein. Zwischen mehreren wird's auch nicht einfacher. Kommt dazu auch noch eine politische Komponente wirds noch verworrener.

Im Endeffekt liegt nunmal ein Zustand vor, welcher nicht zu 100% stabil sein kann und wo es nunmal sein muss, dass Krisen gemanaged werden müssen.

100 Jahre sind in dem Sinne sehr viel, weil in 100 Jahren ETLICHE Menschen "an der Macht" sind um Dinge zu bewegen, um Dinge zu verändern. Gewiss sind 100 Jahre nicht viel, aber schon zu viel um etwas derart großes umzusetzen. Von daher kann man solche Ideen besten Gewissens verwerfen, weil es letztlich nur Zeitverschwendung und Träumer einiger, weniger verblendeter Menschen ist.

Zitat:
Zitat von GaaraDerWüste Beitrag anzeigen
[...]
Es ist wie weiter oben gesagt wurde, man müsste das Denken aller Menschen aufeinmal ändern, und das ist zumindest zurzeit nicht möglich.
Stimme ich dir voll zu. Wobei ich zum letzten Punkt sagen würde: es ist nicht nur nicht derzeit möglich, sondern das Denken aller Menschen aufeinmal zu ändern ist rein prinzipiell nicht möglich und wird es auch nicht sein.

Und auch in kleinen Schritten ist das nicht möglich (auch aufgrund oben angeführter Ursachen). So schnell wie wenige Schritte in eine Richtung gemacht worden sind, werden auch Schritte in die entgegengesetzte Richtung gemacht. Es ist erst dann möglich, wenn dies der letzte Ausweg ist und es nur diesen einen Weg in diese eine Richtung gibt, und davon sind wir (hm, zum Glück?) weit entfernt.


Tja, all in all wird es zu soetwas nicht kommen (können), außer wir übertragen bushido die Weltherrschaft. Aber puuh, zum Glück wird es dazu nicht kommen. *angstschweißvonderstirnwisch*
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Alt 22.01.2012, 23:38   # 42
access denied
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Das mit den 100 Jahren ist sowieso Unfug, sogar auf parlamentarischem Wege könnte man das schneller ändern, per Gesetze.

Fleiß, Verzicht, Disziplin, Genügsamkeit, unbezahlte Mehrarbeit, Feigheit vor dem Herrn haben das deutsche Proletariat befähigt, den Rest Europas an die Wand zu arbeiten und Deutschland auf den Weg zu einem Billiglohnland zu bringen.
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Alt 23.01.2012, 15:43   # 43
raid-rush
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update: an den themenersteller

wenn du so einen artikel postest der durchaus intressant ist, dann propagier ihn nicht sondern lege ihn doch als diskussion an.

stelle eine frage (etwa so wie ich den titel des themas geändert habe) und fordere dazu auf darüber zu diskutieren, aus verschiedenen perspektiven. wenn du einfach nur propagierst aus einer richtung dann hat das wenig mit einer diskussion zu tun.

ich hoffe du verstehst was ich meine.

leider habe ich zuerst deinen vorwegeingenommenen kommentar gelesen, was mich direkt zum schließen brachte.

poste doch erst den artikel und stelle dann die diskussion nach und zwar differenziert und nach mehreren perspektiven fordernd.

wenn du den startpost nochmal editieren möchtest, so dass man es als diskussionstart sehen kann, wäre toll und das thema kann auch wieder geöffnet werden.

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